Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 274: Ein „Kragenplatzer“

Montag, Juli 24th, 2017

Vermutlich hat ein jeder von uns so einen „Kragenplatzer“, wie ich es nenne. Dabei handelt es sich um ein Ereignis, das einen wirklich ärgert. Mein Kragenplatzer kommt aus dem Straßenverkehr, ist aber darauf nicht zwingend beschränkt.

Nicht blinkende Autofahrer? Fußgänger, die einfach, ohne zu schauen auf die Straße springen? Dicht auffahrende, drängelnde Vollidioten? Nein, all die sind es nicht, die mir den Kragen sprengen. An das „Nicht-Blinken“ haben wir uns ja schon fast gewöhnt, vermutlich hat die Leasingrate nicht mehr für einen funktionierenden Blinker gereicht oder der Fahrer ist einfach zu arrogant, zu faul oder zu dumm, den Blinker zu bedienen. Die spontanen Fußgänger plant man idealerweise ein, ist man selbst Fußgänger, begeht man vermutlich auch irritierende Aktionen. Dicht auffahrende Spinner? Ich fahre rechts rüber oder bediene wirksam das rechte Pedal im Fußraum.

Nein, was mir wirklich den Kragen platzen lässt sind diese rücksichtslosen, ignoranten Vollpfosten, die ihre schmutzige abgebrannte, noch glühende Zigarettenkippe achtlos aus dem Fenster werfen. An der Ampel, im rollenden Stadtverkehr, auf der Autobahn, völlig egal. Der Dreck muss raus. Hauptsache, ich verunreinige nicht mein schönes Auto.

So geht das nicht. Ganz abgesehen davon, dass weder Motorrad- noch Cabriofahrer sonderlich viel Humor entwickeln, wenn brennende Kippen in Helm oder Innenraum gelangen – ich spreche aus Erfahrung – ist dies ein achtloses, respektloses, umweltverschmutzendes Verhalten mit dem eigenen Dreck, für den man gefälligst auch selbst Sorge zu tragen hat. Sollen andere ihn doch wegmachen? Fällt doch nicht auf, die kleine Kippe? Achso, gar nicht dran gedacht, weil die Neuronen mal wieder ein wenig zu langsam verschaltet sind? Daumen runter. #Fail.

So, Luft abgelassen. Was hat das mit Unternehmensführung, Strategie, Wachstum zu tun? Eine Menge. Nicht nur, dass unser „privates“ Verhalten Schlüsse auf unser unternehmerisches Tun zulässt – warum sollten wir uns im Business anders gebaren? – wir sind auch auf der Straße Vorbild. Nicht wenige Autos lassen überdies Rückschlüsse auf das Unternehmen zu, für das sie unterwegs sind. D-VF? BN-PY? F-RK? F-DB? Na, bitte. Aber nicht nur Großunternehmen, auch mittelständische Unternehmen lassen Rückschlüsse zu – auch ohne Firmenlogo auf dem Auto. Zu dumm.

Und selbst wenn nicht, wie sagte meine Omi in derartigen Fällen? „Junge, das tut man nicht.“ Recht hatte sie.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

© 2017, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 273: 99,9 Prozent aller #Mücken stechen nicht

Montag, Juli 17th, 2017

Ja, da staunen Sie. So war es bei der Frankfurter Allgemeine Zeitung (genauer: auf faz.net am 28.06.2017) in einem Beitrag über Insekten zu lesen: „99,9 Prozent der Mücken saugen überhaupt kein Blut.“ Schön, werden Sie sagen, trotzdem haben wir juckende Mückenstiche.

Genau das ist heute unser Punkt. Mir ist es egal, ob 99,9 Prozent aller Mücken nicht stechen, saugen, juckende Stellen hinterlassen, solange die verbleibenden 0,1 Prozent so viele und so nervig sind, dass sie mich stören und ich mich mit Soventol oder anderen Präparaten versehen muss, weil es juckt oder mit Autan, damit die lästigen Biester abgewehrt werden. Was helfen mir Prozentzahlen?

Es wird nicht nur in der Wissenschaft, sondern – was uns als Wachstumsexperten ja viel mehr interessiert – auch in Unternehmen zu oft und zu viel mit Prozenten hantiert. Beispiele aus Meetings? Bitte …

  • „90 Prozent unserer Kunden zahlen pünktlich.“
  • „80 Prozent unserer Kundenbesuche führen zu einem Auftrag.“
  • „Wir haben eine IT-Verfügbarkeit von 99 Prozent.“
  • „95 Prozent unserer Sendungen werden korrekt ausgeliefert“

Klingt gut. Nach dem Motto „Daten machen betroffen“ werden solche Statements selten hinterfragt. Wir tun dies stets und regelhaft, denn wir möchten gern wissen …

  • … welche Liquiditätsstörungen unserem Klienten durch nicht pünktliches Zahlen der restlichen 10 Prozent der Kunden entstehen und welcher komplette Zahlungsausfall mit welcher Konsequenz entsteht sowie welche Gegenmaßnahmen eingeleitet wurden.
  • … wie rentabel die Aufträge (in Euro, nicht in Prozent) bei den „80 Prozent“ der Besuche sind und ob es ideale Kunden sind, die Aufträge platzieren, oder ob es sich um die „einfachen Mitnahmegeschäfte“ handelt.
  • … welche Auswirkung das eine Prozent der Nicht-Verfügbarkeit der IT hat und ob es sich um ein Ausfall-Muster handelt.
  • … welche Kunden bei den fünf Prozent Fehllieferungen betroffen sind, ob es sich um Wiederholungen oder gar Muster handelt und welche Auswirkungen die Fehllieferungen hatten.

Jawohl, es gilt das Pareto-Prinzip, aber man muss hinter die Kulissen der Scheinsicherheit schauen, will man Wachstumsbremsen entlarven und lösen.

Hinterfragen Sie die nächste Prozentzahl, mit der Sie einlullend konfrontiert werden und schreiben Sie mir, was Sie getan haben.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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Enge Bande zwischen Kaufmannsgilde und WJ

Freitag, Juli 14th, 2017

 

Die Westfälische Kaufmannsgilde (WKG) und die Wirtschaftsjunioren (WJ) verbindet seit Jahrzehnten eine enge Beziehung. Nicht zuletzt, weil die Junioren in Dortmund im Jahr 1952 von der Gilde gegründet wurden. Anlässlich des 70. Geburtstages der Gilde sprach Marco Di Venanzio, Vorsitzender der WJ, mit Prof. Dr. Guido Quelle, Vorsitzer der WKG. Lesen Sie hier das vollständige Interview, das in der Ausgabe 05 2017 in der Ruhr Wirtschaft erschienen ist.


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Nur noch 3 Plätze: 14. Internationales Marken-Kolloquium im Kloster Seeon am 14. und 15. September 2017.

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Der Auslastungsirrtum und die Frage nach dem Wert

Mittwoch, Juli 12th, 2017

Banner Blogeintrag KMU-Magazin

Maschinen müssen laufen, Mitarbeiter müssen produktiv sein. Es geht um Auslastung. Wirklich?
Was wäre denn, wenn wir einmal über eine andere Zielgrösse nachdächten? Lesen Sie hier kostenfrei weiter.

Dies ist ein Beitrag aus meiner monatlichen Wachstumskolumne im Schweizer KMU-Magazin. Mit herzlichem Dank an das KMU-Magazin für die Überlassung des PDFs.

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© 2017, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.

Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 272: Einen richtigen #Menschen! Bitte!

Montag, Juli 10th, 2017

Wir waren viel unterwegs in der letzten Zeit und so erhielt ich eine SMS, dass sich mein monatliches mobiles Datenvolumen von 6 GB dem Ende zuneigte (ja, ich habe die automatischen Hintergrundupdates am Rechner jetzt mal (wieder!) ausgestellt). Von der Telekom wollte ich gerne erfahren, wie ich die hohe Onlinegeschwindigkeit (wenn man denn überhaupt über ein Netz verfügt) erhalten kann, denn die entsprechende Website bot mir nur ein tagesbezogenes Angebot an.

Also: 2828 gewählt, diese Geschäftskunden-Nummer kannte ich von früher als hochkompetent und schnell. Es antwortete ein Computer:

  • „Herzlich willkommen beim Geschäftskundenservice der Telekom. Bitte nennen Sie uns Ihre Rufnummer oder geben Sie sie über die Tastatur ein.“
  • [Eingegeben.]
  • „Wir haben folgende Rufnummer verstanden … Ist das korrekt, dann sagen Sie ,ja‘.“
  • „Ja.“
  • „Nennen Sie uns das Anliegen, um das es sich handelt. Zum Beispiel ,Störung‘ oder ,Umzug‘.“
  • [Mein Irritationsniveau stieg]: „Daten.“
  • „Um welche Art von Daten handelt es sich? Zum Beispiel Rechnungsdaten, Bankdaten …“

Ich legte auf, rief unseren Dienstleister an, dessen Rufnummer ich zwar erst heraussuchen musste, der sich aber um mein Anliegen kümmerte und mir mitteilte, was zu tun ist, wenn das Datenvolumen abläuft.

Das hätte ich auch gleich tun können, meinen Sie? Mag sein, aber das ist nicht der Punkt heute. Mein Punkt ist, dass zu detaillierte Rechnerselektionen von Anfragen ebenso schlecht sind wie miserabel geführte Callcenter, wenn ein Kunde nicht rasch zum kompetenten Ansprechpartner geführt wird.

Egal, was Ihr Controlling sagt: Lassen Sie Ihren Kundenservice nicht dem Rotstift zum Opfer fallen! Sorgen Sie dafür, dass Ihr Unternehmen mit seinen Kunden persönlich spricht. Schnell, entscheidungsfreudig, kompetent. Wachstum beginnt bei Umsatz, nicht bei Kosten.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

© 2017, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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