Archive for the ‘Wachstums-Wochenstart’ Category

Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 330: Die Sprache im Unternehmen

Montag, August 20th, 2018

Manches entwickelt sich im Unternehmen unbemerkt, schleichend und gerade deshalb ist es wichtig, ein Augenmerk darauf zu legen. Die unternehmenseigene #Sprache gehört dazu. Wenn wir als Externe erstmals mit einem Unternehmen arbeiten, haben wir schon erste Begegnungen gehabt, zum Beispiel am Empfang: Wie wird man begrüßt? Wie gehen Mitarbeiter in der Lobby miteinander um? Welche Wortteile fliegen durch den Raum? Lange bevor wir also mit einem gemeinsamen Projekt beginnen, haben wir einen ersten Eindruck.

Dieser Eindruck – positiv oder negativ – bestätigt sich meist in der Zusammenarbeit. Oft weisen wir unsere Klienten darauf hin, wenn uns Sprachliches auffällt, denn Sprache ist ja ein Ausdruck des Denkens und andersherum gilt, dass Sprache unser Denken auch wieder „informiert“. Vor allem ist Sprache geeignet, andere mitzunehmen. So wird schnell eine unternehmensinterne #Sprachwelt geschaffen, die gar nicht mehr in Frage gestellt wird, aber dennoch ein Ausdruck der #Kultur ist.

Sie möchten Beispiele? Aber gern: Stellen Sie sich ein Projekt zur Steigerung der Wirksamkeit des Vertriebs vor, ein Arbeitstreffen, heute konkret zur Erschließung eines neuen Marktes. Ein Key-Accounter: „Den Kunden habe ich bald geknackt.“ Schade, dann ist der Kunde nämlich kaputt. Die Sprache verrät etwas über den Ansatz. Wie wäre es, einen Kunden zu „gewinnen“? Mit einem Kunden zusammen „ein gutes Geschäft zu machen“?

Ein anderes Beispiel, eine Restrukturierungssituation, eine schwierige Phase, man muss sich von Mitarbeitern trennen, weil die Unternehmensexistenz sonst gefährdet ist. Ein Bereichsleiter: „Da müssen wir noch ein paar Leute raushauen.“ Eine interessante Formulierung, kein Einzelfall, jedesmal geht mir der Hut hoch. Dass man bedauert, sich von „Mitarbeitern trennen zu müssen“ käme hier wohl nicht in den Sinn.

Ich hätte viele weitere Beispiele, aber dieser Wochenstart ist ja nur ein Impuls. Mein Punkt ist, dass grober Sprache, unpassenden Formulierungen ebenso Einhalt geboten werden muss – und zwar sofort, im Meeting, in der Situation –, wie unpassendem Verhalten. Anderenfalls hat man schnell eine Kultur, die man später bereut.

Übrigens, die gute Nachricht: Andersherum wird auch ein Schuh daraus. Mit einer wertschätzenden Sprache kann man vieles gewinnen. Wir entwickeln regelhaft mit unseren Klienten Sprachregelungen – zum Beispiel im Rahmen eines neuen Niveaus von „Führung“, zur Kundengewinnung aber auch im Marketing – und achten dabei sehr darauf, dass die richtigen Worte zum Einsatz kommen. Für unsere Klienten ist das ein Zusatzbeitrag zur gesunden Unternehmensentwicklung.

Schauen Sie in dieser Woche einmal genau hin: Wie „spricht“ Ihr Unternehmen? Starten Sie im Vertrieb.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 329: Seien Sie vorbereitet!

Montag, August 13th, 2018

Meine Frau und ich testeten neulich ein Restaurant mit Biergarten in Dortmund, um herauszufinden, ob wir mit Gästen dort essen wollen würden. Das Resultat: Nein, das wollen wir nicht.

Wir kamen in den Biergarten und das erste, was uns auffiel, waren zwei Hornissen, die einige Gäste in Aufregung brachten, was das Personal aber nicht wichtig nahm. Wir maßen dem zunächst keine Bedeutung zu, setzten uns, bestellten ein Getränk und hatten anschließend Fragen zur Speisenauswahl. Der Ober, nicht besonders aufmerksam, dafür eher langsam, konnte unsere Fragen nicht beantworten, außer dass das eine Gericht die Spezialität des Hauses sei. Des Lesens kundig wusste ich das aus der Karte. Sein Hinweis: „Ich bin erst seit zwei Wochen da“. Ich finde, das ist eine lange Zeit, da kann man schon ein paar Details gelernt haben. Wir gaben unsere Bestellung auf.

Wir warteten. Lange. Ich musste an Loriot denken: „Herr Ober, können WIR Ihnen etwas bringen?“

Die beiden Hornissen brachten unsere Tischnachbarn zwischenzeitlich immer mal wieder ein wenig durcheinander, viel lästiger fanden wir die Wespen, die unser Essen, das sehr spät nach dem Nicht-Genuss eines aus Zutaten, die schon bessere Zeiten gesehen hatten, zusammengestellten Salats vom Buffet kam, leckerer fanden als wir.

Das Essen war eines der wenigen, das wir in den letzten Jahren wirklich deutlich bemängelt haben. Die übliche Frage: „Hat es Ihnen geschmeckt?“ – bei halbvollen Tellern eine komische Frage – beantworteten wir mit „Nein, leider nicht“ und wir nannten die Gründe. Diese tolle Möglichkeit, sich durch entsprechendes Verhalten zu differenzieren vergab der Ober – ein Kollege von „Ober Langsam“ – leider. Er schwieg und ich wusste, was kam.

Richtig: Wir bekamen einen Schnaps angeboten. Wir hatten alkoholfreie Getränke, waren mit dem Auto da, die Außentemperatur betrug noch fast dreißig Grad. Keine gute Idee. Wir bedankten uns freundlich und baten um die Rechnung, auf die wir noch zehn Minuten warteten. Immerhin waren die Wespen inzwischen abgezogen. Dort waren wir an jenem Tag zweimal: Zum ersten und zum letzten Mal.

Zum Thema „Vorbereitung“: Ein Ober muss vorbereitet sein, wenn ein Gast das Essen reklamiert. Das kann passieren, man braucht eine gute Antwort und ein gutes Verhaltensrepertoire. Ein Außen-Restaurant muss auf Wespen vorbereitet sein, man kann mit geeigneten Pflanzen zumindest Abhilfe schaffen. Die Führung muss anders planen. Bei stabiler Wettervorhersage müssen im Biergarten genügend Bedienungen am Start sein, diese müssen ausgebildet sein, einen Anfänger, der die Karte nicht kennt, kann man dann nicht einsetzen. Rauchpausen – wie gesehen – sind ein No-Go fürs Personal, wenn der Laden brummt und das Schönste ist: All das kann mit wenigen Aktivitäten geändert werden. Da haben wir noch gar nicht über die Verbesserung der Speisen nebst deren Zubereitung gesprochen.

Vorbereitung kann man nicht nachholen und Mitarbeiter auf Standards vorzubereiten, ist eine Frage von Führung.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 328: Liebe #Wachstumsgegner …

Montag, August 6th, 2018

Mandat Wachstums-Wochenstart

 

Es wird in meiner Wahrnehmung deutlich mehr über die Gefahren des Wachstums gesprochen als über dessen Chancen. In diesem Fahrwasser schwingen sich immer wieder Endzeit-Propheten auf, die uns weismachen wollen, dass alles zusammenbricht. Bald schon. Und wenn nicht bald, dann irgendwann. Irgendwann sicher. Die Globalisierung ist Schuld, der Kapitalismus und dieses furchtbare Wachstumsstreben.

Liebe Wachstumsgegner, schaut doch mal gelegentlich auf Euer Smartphone – Ihr habt doch eines? – und recherchiert, wie sich die durchschnittliche Lebenserwartung entwickelt hat, wie sich die medizinische Versorgung entwickelt hat, wie sich Bildung, Bildungszugang, Wissenschaft und Beschäftigung weiterentwickelt haben – ja, auch in Ländern, in denen man dies früher nicht für möglich gehalten hätte und nein, noch (!) nicht in jedem Land –, dann werdet Ihr auf ganz überraschende Zahlen und Fakten stoßen. Nein, das sind keine faked facts. Wenn Ihr dann bei Gelegenheit noch darüber nachdenkt, welche Vorteile Ihr persönlich aus dem Wachstum zieht, wenn Ihr darauf schaut, wie sich Euer eigener Lebensstandard darstellt, wie sich Euer Kontostand entwickelt hat, wie oft Ihr Ferien macht und was heute bei Euch ganz selbstverständlich auf dem Speiseplan steht, dann könnte vielleicht, ganz vielleicht, die Annahme aufkommen, dass das alles etwas mit Wachstum zu tun hat.

Wer sich starr gegen Wachstum stellt, hat ein falsches Wachstumsverständnis. Natürlich hat „Mehr des Gleichen“ seine Grenzen, aber dieses Bild wird einem ganzheitlichen Wachstum, das Innovation, Weiterentwicklung, qualitative Aspekte, intelligenten Ressourcenumgang und allerlei weitere Facetten mit berücksichtigt, nicht gerecht. Es ist eine Illusion, anzunehmen der Mensch wolle keine Vorteile mehr erlangen. Es ist eine Illusion, die Welt anhalten zu wollen. Es wird immer jemanden geben, der eine tolle Idee hat und diese weiterbringen will – nicht nur aus Altruismus heraus. Jawohl, zu Wachstum gehört auch wirtschaftliches Wachstum. Nicht nur, aber auch.

Dieses Bestreben ist Motor des Fortschritts. Sind alle Elemente des Fortschritts zu befürworten? Nein, aber das ist kein Grund, gegen Wachstum und Fortschritt zu sein.

Wachstum ist ein Lebensprinzip. Ohne Wachstum würden wir die Zeit zurückdrehen, mit Wachstum können wir an einer erstrebenswerten, lebenswerten, sich weiterentwickelnden Zukunft bauen. Statt über Wachstum zu nörgeln, lasst uns lieber daran arbeiten, dass wir ein intelligentes Wachstumsverständnis weiterentwickeln.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 327: Wenn Bedenken zum Stillstand führen

Montag, Juli 30th, 2018

Mandat Wachstums-Wochenstart

 

Als ich mein erstes kleines Unternehmen gegründet hatte, beschäftigte ich mich mit der auftragsbezogenen Beschaffung, der Konfiguration und dem Verkauf von damals sogenannten „Personal Computern“ und der Entwicklung von Software auf Datenbankbasis für Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Das war Mitte der 1980er Jahre, ich war um die Zwanzig und recht wenige Menschen hatten auch nur die Spur einer Ahnung von Computern.

Bedenken erfuhr ich trotzdem. Ob ich denn mit meinem Gewissen vereinbaren könne, dass mit dem Computer Arbeitsplätze wegrationalisiert würden? Natürlich war das Gegenteil der Fall, denn meine mittelständischen Kunden konnten durch die neue Produktivität prima wachsen.

Einige Jahre später wurden Datenbanksysteme etwas bekannter. Ob solche Datenbanken (damals dBase II und III) nicht auch für Rüstungsprojekte genutzt werden könnten und ob ich das als ehemaliger „Zivi“ verantworten könne, war eine Frage. Ja sicher, aber das ist wirklich eine schwachsinnige Frage. Was sollten diese Bedenken?

Zeitsprung 2018, über 30 Jahre weiter, ein aktuelles Beispiel: Eine Initiative zum Schutz des Urheberrechts wird in Brüssel diskutiert und die Diskussion ist gerade in den Herbst weiterverschoben worden, weil es Bedenken gibt, dass die erforderlichen automatischen Kontrollen auch als Zensurfilter missbraucht werden können. Der Schutz des Urheberrechts – dem alle positiv gegenüberstehen – wird also erst einmal neuen Bedenken geopfert.

Nahezu alles kann entgegen der eigentlichen Absicht für negative Zwecke missbraucht werden. Die Annahme ist statthaft, dass Verbrecher die Bahn, das Flugzeug und Taxen nutzen. Sollen wir diese Transportmittel deshalb abschaffen? Mancher Unternehmer wird nicht ganz astreine Geschäfte machen. Sollen wir das Unternehmertum deshalb verbieten? E-Mails transportieren nicht immer lupenreine Inhalte. Abschaffen? Wie sieht es mit Roboterforschung oder Künstlicher Intelligenz aus? Beides potenziell gefährlich. Ein genereller Stop?

Wenn man nach intensiver Diskussion ehrlich zu der Erkenntnis kommt, dass ein Thema umgesetzt oder verfolgt werden soll, sollte man Dinge ausprobieren und unterwegs justieren. Dafür sind Wiedervorlagen hilfreich. Bleiben wir beim Urheberrecht: Wenn es durch die zu treffenden Maßnahmen geschützt wird, sollte im Rahmen einer regelmäßigen Wiedervorlage sichergestellt werden, dass keine Zensur stattfindet. Erforderlichenfalls muss das Gesetz verbessert werden. Diese Wiedervorlage kann sogar festgeschrieben werden.

Im Unternehmen gilt exakt das Gleiche: Diskutieren und Abwägen? Jawohl, aber es muss Schluss sein mit den dauernden Bedenken. Idee diskutieren, Vorgehen verabschieden, ausprobieren, bewerten, unterwegs justieren, verbessern. Fertig.

Wundern Sie sich, warum manche Unternehmen so schlecht dastehen? Es liegt nicht selten daran, dass jahrelang an einer Strategie gearbeitet wird und dann, wenn sie nach Berücksichtigung aller Interessen und Bedenken, umgesetzt wird, hat sich die Zeit geändert. Resultat? Unwirksamkeit. Schade. Umgekehrt gilt das Gleiche: Die erfolgreichen Unternehmen – und unsere Klienten gehören dazu – sind schnell, weil wir nicht auf Perfektion miteinander abzielen, nicht auf Basisdemokratie, sondern auf Resultate, auf Lernen, auf Wirkung. Das Ergebnis? „Läuft!“

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 326: Die Mannschaft und das Unternehmen

Montag, Juli 23rd, 2018

Mandat Wachstums-Wochenstart

 

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist vorüber, die Gemüter haben sich wieder beruhigt und – nein – wir werden jetzt nicht über Einzelkritik an der deutschen Mannschaft sprechen. Es ist alles gesagt.

Aber: Wir können die WM und das Auftreten der deutschen Mannschaft auf Unternehmen übertragen, denn da gibt es eine Menge zu lernen. Nicht alles wird hier, in diesem kurzen Wachstums-Wochenstart, Platz finden, aber schauen wir doch einmal auf drei Dinge:

  1. Die Mannschaft war keine Mannschaft, sondern eine Zusammenkunft von sehr guten und guten Spielern, die teilweise eine gemeinsame Vergangenheit hatten. Eine Mannschaft war nicht erkennbar, außer am Trikot. Dies ist in vielen Unternehmen exakt der gleiche Fall. Wenn nicht ein Mannschaftsgefühl durch die Unternehmensführung geschaffen wird, wenn das einzige, was eint, der Unternehmensname ist, verpufft Wirkung und der Begriff „Mannschaft“ oder gar „Team“ gerät zur Farce.
  2. Durch mangelndes Miteinander geprägte Einzelaktionen und –kommentare führten zwar nicht zu Erfolg, aber zu hoher Aufmerksamkeit. Auch das beobachten wir in Unternehmen regelhaft: Dinge klappen nicht, die vermeintlichen Stars versuchen unabgesprochene und absehbar unwirksame Einzelaktionen, die sogar kontraproduktiv sein können und beschweren sich dann beim Chef oder in der unternehmeninternen Öffentlichkeit, dass alle anderen es nicht begreifen. Häufig hier sehr weit vorne: Der Vertrieb. Vor der Beschwerde sollte aber die Absprache stattgefunden haben.
  3. „Die Mexikaner waren mit dem Ball schneller als unsere Mannschaft ohne den Ball“, hieß es in einem Kommentar bei Mexiko gegen Deutschland. Das führt zum immer, immer wichtiger werdenden Punkt der Bewegung. Wachstum benötigt Bewegung und ohne Bewegung findet kein Wachstum statt. Lieber überflüssige Bewegung als gar keine. Ist ein Unternehmen erst einmal erstarrt, ist es unglaublich viel schwieriger, es wieder in Schwung zu bringen, als wenn es sich mindestens noch etwas bewegt, selbst wenn es die falsche Richtung ist.

Wir könnten jetzt noch sprechen über mangelnde Weiterentwicklung, eingetretene Sättigung, mangelnden Anspruch, Selbstgefälligkeit, Sorglosigkeit, Scheinsicherheit, Verwaltungsmodi, das Lernen des Wettbewerbs – hier ist insbesondere England zu nennen – und so fort. Wir könnten sogar über Strategie sprechen, denn ob die Markenführung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vielleicht sogar zu dem schlechten Resultat beigetragen hat, ist durchaus relevant, zu untersuchen.

Es bleibt: Der Chef kann all das ändern. Wie im Unternehmen. No excuses!

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 325: Gesundes, profitables #Wachstum

Montag, Juli 16th, 2018

Mandat Wachstums-Wochenstart

 

Wir müssen heute unbedingt über Wachstum sprechen. Ich meine, das tun wir hier im Wachstums-Wochenstart ja regelhaft, aber heute ist es wieder einmal Zeit, über finanzielles Wachstum zu sprechen.

Sie wissen, dass wir bei Mandat den Begriff des Wachstums nicht auf finanzielle Aspekte reduziert wissen wollen, sondern Wert darauf legen, dass „Wachstum“ ganzheitlich definiert und die Entwicklung des Unternehmens, seiner Mitarbeiter und seines Umfelds mit berücksichtigt wird. Sie wissen, dass wir grundsätzlich auf wirksame Aktivitäten mit unseren Klienten setzen, die zu finanziellem Erfolg führen werden, nicht umgekehrt. Inhaltliche Ziele sind wichtiger als finanzielle Ziele, denn mit den richtigen inhaltlichen Zielen werden die finanziellen Ziele, die man sich vorgenommen hätte, meist übertroffen. Finanzielle Ergebnisse sind das Resultat des vergangenen Tuns. Resultat enthält das Wort „Tat“!

Dies vorausgeschickt, müssen wir aber sehr wohl einmal rückwärts schauen. Manches Unternehmen feiert sich ab, weil es im letzten Geschäftsjahr einem um x Prozent höheren Umsatz ausgewiesen hat als im Vorjahr. Nett. Was aber, wenn der Markt stärker gewachsen ist als „x“? Oder auch nur genau um „x“? Dann hat das Unternehmen im ersten Fall einen schlechten, im zweiten Fall einen mäßigen Job gemacht. Was, wenn das Ergebnis, nehmen wir der Einfachheit halber das EBITDA, um weniger als „x“ Prozent gewachsen ist? Dann haben wir unrentablen Umsatz addiert, weil entweder bei gleichen Kosten geringere Preise berechnet wurden, gestiegenen Kosten nicht Rechnung getragen wurde oder ein in der Abwicklung komplizierterer Umsatz addiert wurde.

Wenn das EBITDA nur aus Kostenoptimierung heraus gestiegen ist, ist das kein echter Wachstumsbeitrag, sondern eine Optimierungsaufgabe mit limitierter Wirkung. Selbst, wenn das EBITDA auch um „x“ Prozent gestiegen ist, haben wir kein echtes, gesundes profitables Wachstum addiert. Gesundes, profitables Wachstum entsteht durch ein Handeln, das zu einem überproportionalen Ergebniswachstum führt, das nicht ausschließlich auf Kostenoptimierung zurückführbar ist, sondern aus höheren Preisen und / oder höherer Wertschöpfung in den Produkten resultiert. Alles andere ist Augenwischerei und eine gute Wachstumsstrategie enthält inhaltliche Themen, die genau darauf abzielen.

Ich wollte dies gern in Erinnerung rufen, es wird für die bald wieder anstehenden Planungsgespräche, die bitte, bitte auf Inhalten beruhen, sicher nicht schaden …

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 324: Die #Strategie und die #Titanic

Montag, Juli 9th, 2018

Mandat Wachstums-Wochenstart

 

Ich stelle mit einer gewissen Besorgnis zwei Entwicklungen in vielen Unternehmen fest. Nummer 1: Durch sich einstellenden Erfolg eintretende Strategielässigkeit. Nummer 2: Durch hohe Auslastung bedingter Zeitmangel für Strategie. Beides ist ungeheuer gefährlich.

Der Erfolg von heute ist das Resultat unserer Bemühungen von gestern. Wenn wir heute gute Zahlen schreiben, heißt das ausdrücklich nur, dass wir gestern etwas richtig gemacht haben. Wenn nicht Vater Zufall – an den ich nicht glaube – im Spiel war, resultiert das gestern richtig Gemachte aus einer Strategie von gestern. Ob diese für morgen noch wirksam ist? Könnte sein, sollte aber geprüft werden. Ein Riesenfehler ist es jedenfalls, den heutigen Erfolg auch nur ansatzweise als Indikator dafür zu nehmen, morgen auch Erfolg zu haben. Dafür gibt es nicht den Hauch eines Grundes.

Kommen wir zum zweiten Punkt: Zeitmangel ist eine Prioritätenfrage. Wenn heute eine hohe Auslastung herrscht, ist dies nett – wobei wir bitte auch einmal über profitablen Umsatz und nicht nur über Beschäftigung sprechen müssen –, aber eine absolute Nullaussage für morgigen Erfolg.

Strategie? Dazu haben wir jetzt keine Zeit. Das meint: „Wir haben andere Prioritäten und halten Strategie für nicht wichtig genug“. „Nein, nein …“ Doch, doch. Genau das meint es. Wenn ich mich für das Eine entscheide, halte ich es für wichtiger als das Andere. Ah, Sie meinen, Auslastung sei genauso wichtig wie Strategie aber dringender als Strategie? Dann darf ich Sie beunruhigen: Strategie wird in einem gesunden Unternehmen nie „dringend“, nie „laut“ und wer nur den lauten Themen hinterherläuft, vor allem als Unternehmenslenker, macht seinen Job falsch. Die lauten Themen sollten von Fachverantwortlichen gelöst werden. Wenn sie das nicht können, sind es die falschen Leute. Wenn sie es nicht dürfen, werden sie falsch geführt.

Unsere erfolgreichsten Klienten beschäftigen sich mit der Strategie prozessual. Sie wird erarbeitet und regelmäßig justiert. Es wird sichergestellt, dass es stets Umsetzungsprojekte gibt, die sicherstellen, dass die Strategie wirkt. Diese Wirkung wird gemessen. Es wird an der Zukunft in der Gegenwart gearbeitet. Unsere erfolgreichsten Klienten verfolgen einen Weg. Wenn vom Weg abgewichen werden muss, bleibt das Ziel aber in Sicht, man nimmt nur eine Umleitung. Unsere erfolgreichsten Klienten würden nie (!) sagen: „Strategie? Brauchen wir nicht“ oder „Strategie? Wir haben eine zu hohe Auslastung“.

Unsere erfolgreichsten Klienten hüten sich vor der Fehlannahme, heutiger Erfolg könne (einfach) fortgeschrieben werden. Die Titanic galt als unsinkbar. Die Geschichte hat gezeigt: Es war eine Fehlannahme.

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 323: „Die Trommel rühren“

Montag, Juli 2nd, 2018

Mandat Wachstums-Wochenstart

 

Zum Sommer-Meeting des Global Growth Circles, eines kleinen Kreises von derzeit sechs Beratern aus vier Ländern, trafen wir uns vor zwei Wochen in Boston. Abgesehen davon, dass wir uns wieder intensiv darüber ausgetauscht haben, wie wir unseren Klienten kontinuierlich noch höheren Nutzen verschaffen können, war ich nach Abschluss des Growth Circle Meetings auch eingeladen, mit dem Leadership Team von Bates Communications, Inc., einer global operierenden Managementberatung mit Sitz nahe Boston, über profitables Wachstum und das Mandat Wachstumsmanifest zu sprechen und miteinander zu diskutieren, wie Bates, Inc. sich noch besser aufstellen kann.

Eingeladen dazu hatte mich Gründerin und CEO von Bates, Suzanne Bates. Ich kenne Suzanne seit zehn Jahren. In ihrem „früheren“ Leben war sie eine hochgradig nachgefragte TV-Reporterin bei verschiedenen Sendern, bis sie im Jahr 2000 Bates Communications gründete und seitdem vor allem Fortune 500 Unternehmen weltweit zum Thema „Leadership“ beraten sowie einige Beststeller zum Thema Leadership veröffentlicht hat – sämtlich lesenswert, übrigens!

Wir hatten eine prima Session. Das Leadership Team hat exzellente Fragen gestellt und einiges für die weitere Entwicklung mitgenommen. Am Rande des Treffens wurde mir aber selbst etwas klar und das möchte ich Ihnen heute mitgeben:

Suzanne sprach in ihrer Anmoderation von Mandat als einer internationalen Managementberatung und machte auch sonst bemerkenswerte Punkte über mich und mein Team, über die ich erstaunt war.

Nach unserem Treffen äußerte ich mein Erstaunen über die vielen Dinge, die sie sagte, die sämtlich stimmten, aber die ich so nicht auf dem Radar hatte, obwohl wir bei Mandat meinen, für europäische Verhältnisse schon relativ viel „shameless promotion“ zu machen.

Zum Beispiel „Internationale Managementberatung“. Stimmt. Nicht nur, dass wir Büros in London und New York haben. Wir haben unter anderem Unternehmen mit Sitz in Belgien, Estland, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Schweiz, Tschechien und den Vereinigten Staaten beraten – und das sind nur die Länder, die mir spontan einfallen. Wir haben darüber hinaus mit Unternehmen aus Schweden, Frankreich, Kanada, Japan und Indonesien gearbeitet. Wir haben in Irland gearbeitet, in Hongkong und selbst auf St. Lucia. Das alles hatte ich so nicht auf dem Schirm. Suzanne aber war das klar, denn sie hatte recherchiert und wir kennen uns eben schon seit 10 Jahren. Bei einigen Treffen war sie auch dabei.

Mein Kern für Sie heute: Sie müssen Ihre Trommel genauso rühren, wie wir. In unseren jeweiligen Heimatorten, in bestehenden Kundenbeziehungen und Netzwerken sind wir oft nichts Besonderes (mehr), weil wir „eh da“ sind, weil es einen Gewöhnungsfaktor gibt. Wir müssen aber dringend aufpassen, dass wir unsere Besonderheiten immer weiter betonen, es tut nämlich gewöhnlich niemand sonst für uns. Wie sagt mein persönlicher Coach, Alan? „If you don’t blow your own horn, there is no music.“ So sieht’s aus.

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 322: „Den eigenen Hof kehren“

Montag, Juni 25th, 2018

Mandat Wachstums-Wochenstart

 

In der Politik ist es besonders auffällig: Alle mischen sich überall ein, nur nicht oft genug oder nicht in gebotenem Umfang in die eigenen Angelegenheiten. Ein Ressortminister schwadroniert über Themen, die in das Ressort seines Amtskollegen gehören, statt sein eigenes Ressort in Ordnung zu bringen, Parteivorsitzende echauffieren sich über die Probleme der anderen Parteien, statt Hausaufgaben zu machen und Mitglieder mit Inhalt oder Emotion zu gewinnen, Oberbürgermeister raten Amtskollegen in anderen Kommunen, bestimmte Dinge zu tun, um wirtschaftlicher zu werden, vergessen aber, dass der eigene Haushalt – buchstäblich – nicht gerade Grund zum Jubeln bietet.

Nur in der Politik? Mitnichten.

In Unternehmen geht es genauso rund: Der Vertrieb schimpft über die langsame Produktion, diese über den unzuverlässigen Einkauf, dieser wieder über den Vertrieb, der zu spät Informationen lieferte. Die Ressort-Geschäftsführer mischen sich in die jeweiligen Ressorts der anderen ein. Der Gipfel, den ich verbal in einem Meeting erlebt habe, war ein dominanter, rechthaberischer Controllingleiter, der im Rahmen eines Projektes für eine neue Vertriebsstrategie und deren Umsetzung tönte: „Mensch, der Vertrieb ist so unfähig, das sollte man uns mal machen lassen.“ Jener Controllingleiter wurde tatsächlich Jahre später, als unser Projekt längst erfolgreich abgeschlossen war, Vertriebsvorstand – eine krasse Fehlentscheidung mit entsprechend negativen Konsequenzen fürs Unternehmen. Dabei hatten wir so schöne Wirkungen. Alles wieder zunichte gemacht.

Kommen wir zurück zum Bild der Politik: Opposition ist immer einfacher, als Regierung. Natürlich sitzt man als Regierung im Fahrersitz, aber es fahren eben auch andere auf der Straße. Das ist im Unternehmen nicht anders.

In unseren Beratungsmandaten, die sich ja fast immer mit der Entwicklung und Umsetzung von Strategien, seien es Unternehmens-, Marktsegment- oder Vertriebsstrategien, beschäftigen, achten wir stets darauf, dass die Verantwortlichen ihren eigenen Hof kehren, bevor sie Alarm in anderen Ressorts auslösen – es sei denn, es ist wirklich Gefahr im Verzug – und wir freuen uns immer darüber, dass dies so schön aufgeht. Manchmal muss man Dinge eben auch ansprechen. Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen angemessener Kritik mit entsprechend positiv gerichteten Vorschlägen und plumpem „Hau drauf“ zwecks Ablenken von eigenen Baustellen.

Auf eine gute Hof-Kehrwoche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Lexikon des Chefwissens
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© 2018, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 321: Mythos „Agilität“

Montag, Juni 18th, 2018

Mandat Wachstums-Wochenstart

Der Begriff „Agilität“ ist derzeit angesagt. Strategische Agilität, Unternehmensagilität, agil sein ist „hip“. Unerfreulicherweise wird der Begriff häufig missverständlich und – schlimmer – sogar missbräuchlich verwendet. Agilität, das bedeutet, in Bewegung zu sein. Synonyme zu Agilität sind laut Duden Gewandtheit, Wendigkeit, Vitalität.

Hektik ist damit nicht gemeint.

Was aber erleben wir mitunter? Der Begriff der Agilität wird dazu verwendet, unnötige Hektik, Kapriolen und unnötige Kehrtwenden zu rechtfertigen, denen ein Unternehmen sich unterzieht. Heute eine andere Botschaft als gestern? Ja, Freunde, nichts ist für die Ewigkeit, wir müssen doch agil bleiben, oder wollt Ihr zementierte Positionen? Nicht, oder? Seht Ihr, also: Los. – Genau in die entgegengesetzte Richtung von gestern.

So ist es mit manchen Begriffen und wir müssen aufpassen, was uns von wem aufgetischt wird, Verzeihung, wer uns von welcher Sache überzeugen möchte. Wenn wir es sind, die andere von etwas überzeugen wollen, ist es wichtig, dass wir die Begriffe richtig nutzen und nicht eine Entschuldigung dafür suchen, gestern rechts herum und heute links herum zu laufen. Neben der (strategischen) Agilität gibt es auch noch andere Modewörter, die – sagen wir es einmal vorsichtig – mitunter einer gewissen Interpretation und Dehnung unterliegen. Beispiele? Bitte: Resilienz, Digitalisierung, Change Management, was wollen Sie ergänzen?

Zweierlei möchte ich heute herausarbeiten: Erstens müssen wir stets kritisch sein, wenn uns ein positiv geprägter Begriff entgegenschlägt und wir den Verdacht haben, dass dieser nur verwendet wird, um etwas zu Verschleiern. Zweitens sind wir es selbst, die darauf achten müssen, nicht in die Rechtfertigungsfalle zu geraten und als Entschuldigung für eine Kehrtwende irgendeinen positiv geprägten Begriff – Agilität? – zu verwenden. Ein „Ich habe mich geirrt, wir müssen einen anderen Weg einschlagen“ ist wesentlich wirksamer und glaubwürdiger obendrein.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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