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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 360: Die Welt verstehen

Montag, März 18th, 2019

Ich schreibe diesen Wochenstart, während ich im 45. Stock unseres Hotels sitze, meinen Blick über die Skyline von New York schweifen lasse, kurz vor einem Treffen mit Freunden und Kollegen zum Dinner und anschließendem Theaterbesuch. Von unten tönt das ewige Rauschen des Verkehrs, das Heulen der Sirenen, das Hupen (überall steht „Don’t honk!“) durch die Häuserschluchten nach oben. Wir kommen gerade von einem Ausflug zu Saks on 5th Avenue und der heutige Tag mit Arbeit und Freizeit hat mich zu diesem Wochenstart inspiriert.

Wenn man mit Deutschen über US-Amerikaner spricht, hört man häufig, sie seien oberflächlich. Das ist nachweislich falsch. Es ist einfach eine andere Art der Kommunikation. Auf „How are you today?“ will niemand eine wirklich relevante Antwort. Alles außer „Good, thanks“, „Excellent“ oder „Great, how are you?“ will niemand hören. Es geht nicht darum, herauszufinden, wie es jemandem geht, das diskutiert man unter Freunden, nicht unter Fremden, es ist schlicht eine freundliche Floskel, die aber nichts mit Oberflächlichkeit zu tun hat.

Beim Mittagessen heute haben wir diskutiert, was Amerikaner von Deutschen lernen können und umgekehrt – ein tolles Thema und wir waren uns einig, über das, was aufkam, von der Mehrsprachigkeit, die viele Deutsche haben und die US-Amerikaner gerne hätten, über die positive Haltung, die wir in den USA oft feststellen, die uns in Deutschland mitunter abhanden gekommen ist, über die Erfordernis, mehr über die Welt zu kennen, bis hin zu den Vor- und Nachteilen der politischen Systeme. Außerdem habe ich hervorgehoben, dass meiner Beobachtung zufolge hier mehr gefragt wird, als bei uns in Deutschland, was dazu führt, dass Konversationsstoff nie ausgeht. Ich habe noch keine ins Stocken geratene Konversation in den USA erlebt.

In Deutschland sprechen wir viel über Migration, Geflüchtete, über Integration. Das wird auch in den USA diskutiert, aber bleibt man einige Minuten auf 5th Avenue stehen (was je nach Tag und Uhrzeit unmöglich sein kann), geht die ganze Welt an einem vorbei und zwar binnen zehn Minuten. In Meetings, finde ich, geht man selbstverständlicher miteinander um, egal welche Hautfarbe oder Herkunft jemand hat.

Das, was man in Deutschland über „die USA“ hört, ist häufig geprägt durch Leute, die noch nicht ausgiebiger in den USA waren, teilweise – insbesondere im privaten Bereich – gar nicht. Man hat halt etwas gehört, man sieht Nachrichten, man liest über einen Präsidenten und man bildet sich seine Meinung, irgendwann sind die Meinungen vermeintliche Fakten und – voilà – das Vorurteil ist eine Tatsache. Das ist nicht nur dumm, das ist auch gefährlich, weil man ein verzerrtes Weltbild erhält. Gleiches gilt für China, Russland, Afrika, man vervollständige die Liste beliebig.

Was hat das alles mit Wachstum zu tun?

Eine ganze Menge, denn erstens kann gesundes unternehmerisches Wachstum nur mit dem Anspruch geschehen auch persönlich zu wachsen und dazu gehört, die Welt auf Basis von Erfahrungen zu verstehen und nicht Vorurteile zu Tatsachen zu machen und zweitens geschieht im Mikrokosmos des Unternehmens oft genau dasselbe: Man hat zwar keine eigene Beobachtung gemacht, aber man hat etwas gehört, sieht sich im Einzelfall bestätigt und macht eine (vermeintliche) Tatsache daraus. Unternehmenslenker müssen hier auf der Hut sein und etwas ganz Wichtiges tun, nämlich ihren Mitarbeitern helfen, die (Unternehmens-)Welt zu verstehen: Den anderen Bereich, über den Gerüchte kursieren, die wirklichen Kundenbedürfnisse, von echten Kunden vorgetragen und so fort. Sie müssen ihren Mitarbeitern helfen, Beobachtungen und Erfahrungen zu machen, statt Ahnungen zu manifestieren.

Wenn also das nächste Klischee bedient wird, wenn das nächste Gerücht aufkommt, gebieten Sie Einhalt und sorgen Sie dafür, dass Ahnung durch Erfahrung – mindestens aber durch Beobachtung – ersetzt wird. Die Kernfrage dazu: „Woran machen Sie das fest?“

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 358: Warum ich von Buchzusammenfassungen wenig halte

Montag, März 4th, 2019

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, was ich von Buchzusammenfassungen halte. Klar, der Markt blüht, die Anbieter von „Abstracts“ machen es sich zunutze, dass die meisten von uns mit immer mehr Informationen, mit einer höheren Entscheidungsdichte bei mindestens wahrgenommen steigender Unsicherheit, mit immer noch steigender Anzahl von „Lies mich, beschäftige Dich mit mir, ich bin wichtig“-Veröffentlichungen konfrontiert werden. Bücher sind eben schneller gekauft als gelesen, wer hat die Zeit, sich durch die zweihundert Seiten zu fräsen? Puh. Da kommen Abstracts gerade recht.

Aber: Abstracts springen oft zu kurz.

Ich habe für meine Dissertation damals sicher 500 oder 600 deutsche und englischsprachige Bücher gelesen (jawohl: gelesen, nicht quergelesen!) und mit dem Lesen von Büchern danach nicht aufgehört. Beschäftigt habe ich mich damals auch mit Zusammenfassungen von Büchern und vor allem der Zusammenfassung von Fachartikeln, wie sie zum Beispiel in Harvard Business Review regelmäßig zu finden sind. Aber: Dies habe ich nur getan, um festzustellen, ob sich das Buch, der Artikel in Gänze zu lesen lohnt, immer unterstellt, dass derjenige, der die Zusammenfassung schrieb, sie gut geschrieben und die treffenden Aspekte herausgearbeitet hat. Mehr als einmal war dies nicht der Fall.

Vermutlich werden nur wenige auf die Idee kommen, eine Zusammenfassung eines non-fiktionalen Buchs zu lesen. Romeo und Julia würde sich im Ergebnis recht kurz darstellen und auch Bücher von Stephen King oder Dan Brown kämen in der Executive Version recht schmal daher. „Ja, Herr Quelle, das ist auch etwas anderes“, werden einige nun sagen. Wirklich?

Auch ein Sachbuchautor, als der ich hier schreiben darf, legt Gedankengänge dar, die wichtig sind, um zu einer bestimmten Erkenntnis zu gelangen, etwas Besonderes in einem Sachbuch herauszuarbeiten und die Hinführung zu dieser Erkenntnis, der Weg zur Überzeugung, ist oft wichtig, um den springenden Punkt nachvollziehen zu können und wirklich etwas von dem Buch zu haben. Schriebe man die Kurzversion meines wohl wichtigsten Buches „Profitabel wachsen“, das in der zweiten Auflage bei SpringerGabler veröffentlicht ist, lautete sie: „Wachstum ist überlebenswichtig, echtes, gesundes, profitables, intelligentes Wachstum muss von innen generiert werden, achten Sie auf die Bremsen in den Funktionsbereichen und heben Sie die Potenziale.“ Ein Satz statt zweihundert Seiten. Erkenntnis: „nett“. Jaja, ich weiß, echte Abstracts sind länger und würden mehr Punkte herausarbeiten, das ändert aber nichts an meinem Punkt.

Ein familienfremder Manager der Holding eines bekannten Familienunternehmens in einem europäischen Land sagte mir, dass er sich durch „Profitabel wachsen“ hindurchgefräst habe, alles angewendet habe, was auf das von ihm geführte Unternehmen passt und dass das Unternehmen unter anderem deshalb (wieder) so erfolgreich sei, wie es ist. Ich darf Person und Unternehmen nennen, auf der zweiten Auflage von „Profitabel wachsen“ ist das Zitat vermerkt und das wäre mit einer Zusammenfassung nicht geschehen.

Executive Summaries sind in Präsentationen interessant oder bei Studienergebnissen.

Bei (guten) Sachbüchern aber ist der Prozess des Erkenntnisgewinns für die spätere Nutzung des Gelernten wesentlich, sonst hätte der Autor ja nur 10 Seiten geschrieben. Oft ist das Absorbieren von Inhalten aus Abstracts auch mangelnder Prioritätensetzung geschuldet: Was interessiert mich? Was brauche ich? Das sollte aber vorher klar sein. Es sollte aber nicht darum gehen, überall mitreden zu können. Wer wirklich wachsen und sich nicht nur einen groben Überblick verschaffen will, liest die für ihn – aus dem Ziel abgeleiteten – wirklich wichtigen Bücher (oder Kapitel daraus) bewusst und ganz und gibt sich nicht mit subjektiv gefilterten Abstracts zufrieden.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 352: Es darf leicht sein

Montag, Januar 21st, 2019

Bewundern Sie manche Menschen dafür, dass ihnen Dinge #leicht, scheinbar wie von selbst von der Hand gehen? Dinge, von denen Sie selbst es sich nicht vorstellen können, sie in dieser Art, in dieser Geschwindigkeit, in dieser Vollendung oder überhaupt irgendwie zu schaffen? Ich glaube, das geht vielen von uns so. Seien Sie gewiss: Auch Sie werden von anderen für irgendetwas bewundert, was Sie besonders gut können und was Ihnen scheinbar ohne jegliche Mühe von der Hand geht – Sie merken vielleicht nicht einmal, dass Sie etwas Tolles geleistet haben, während andere denken: „Das würde ich nie schaffen“.

Dieses Spielerische, Leichte, dieses Selbstverständliche, mitunter sogar fast in Vollendung Mündende ist es, was wir uns erhalten müssen. Mitunter bedarf es dazu jahre- oder gar jahrezehntelanger Praxis. Es ist oft hart, zu dieser #Leichtigkeit zu gelangen, aber irgendwann stellt sie sich ein. Dann sind wir in irgendetwas gut, sehr gut oder gar meisterlich. Wir werden wahrscheinlich nie „fertig“, wir werden nie „perfekt“ und das ist auch gut so, denn es gibt kein „fertig“, kein „perfekt“.

Es gibt auch diejenigen, die sich permanent anstrengen, die permanent hinterherhecheln und das in einem Gebiet, das ganz offensichtlich nicht das Stärkenprofil dieser Menschen trifft. Wenn auch Sie manchmal das Gefühl haben, dass nichts fließt, dass alles anstrengend ist, dass nichts richtig Früchte trägt, obwohl Sie sich anstrengen wie verrückt, vielleicht sogar krampfhaft an etwas festhalten, seien Sie sich folgender Erkenntnis bewusst:

Wenn immer Du Dich verkrampfst, wenn immer Du vorgibst, etwas zu können oder zu sein, was Du nicht kannst oder nicht bist, wenn immer Du anderen etwas vorspielst, ist es ein Fake, ein Schauspiel, eine fremde Rolle. Es ist nicht authentisch.

Wir haben mit Tausenden Menschen in Wachstumsprojekten mit unseren Klienten zusammengearbeitet und wir sind auf wahre Meister in ihren Fachgebieten gestoßen. Häufig sind wir auch auf Menschen gestoßen, die lieber etwas anderes tun sollten, als das, wie sie taten oder tun. Wollen wir über interne Bremsen sprechen? Hier sind reichlich Bremsen verborgen.

Führung bedeutet, Menschen ihren Talenten gemäß im Unternehmenssinne wirken zu lassen. Selbstführung bedeutet, diese Felder für die eigenen #Talente selber zu entdecken und nicht krampfhaft an Dingen festzuhalten, die doch nur ein Nacheifern bedeuten.

Es darf auch (scheinbar) leicht gehen.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

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Das 16. Internationale Marken-Kolloquium am 05./06. September 2019 – „Marke – Cool bleiben“

Es erwarten Sie zwei fulminante Tage in inspirierender Umgebung. Diskutieren Sie mit hochkarätigen Referenten und Teilnehmern wachstumsrelevante Themen, lösen Sie interne Wachstumsbremsen und nutzen Sie das Potenzial Ihrer Marke als wahren Wachstumsmotor.

Hier können Sie sich anmelden

Dabei sein ist alles!

 

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 349: #Sylvester

Montag, Dezember 31st, 2018

Dieses Jahr ist alles anders: Heiligabend ein Montag, Sylvester ein Montag, das macht sich auch im Wachstums-Wochenstart bemerkbar, wir halten uns heute wieder mit Inhalten zurück …

Ihnen, den Leserinnen und Lesern des Wachstums-Wochenstarts, die allerbesten Wünsche zum heute anstehenden #Jahreswechsel, auf dass Sie viele spannende, erlebnisreiche, freudvolle Ereignisse für 2019 vor Augen haben und diese mit hoher Energie und Freude angehen können.

Danke Ihnen allen für ein gutes Jahr 2018, wir freuen uns auf 2019!

Herzlichst Ihr und Euer
Guido Quelle

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 348: #Heiligabend

Montag, Dezember 24th, 2018

Heute halten wir das Inhaltliche einmal ein wenig vor der Tür. Heute möchte ich Ihnen dafür „Danke“ sagen, dass Sie, die Leserinnen und Leser des Wachstums-Wochenstarts dieses Format zu unserem dialogstärksten Format gemacht haben – auf keine andere Sendung von uns erhalten wir so viele Antworten, Meinungen, Anmerkungen, so viel Zuspruch.

Im Namen des gesamten Mandat-Teams wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten, wie auch immer sie Weihnachten begehen. Genießen Sie diese Zeit so, wie Sie es sich wünschen und haben Sie Freude daran.

Frohe Weihnachten!

Ihr und Euer
Guido Quelle

16. Internationales Marken-Kolloquium
– Nur noch bis zum Jahresende von unserer Frühbucher-Kondition profitieren

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 347: „Ich will so sein wie …“

Montag, Dezember 17th, 2018

Wir brauchen Vorbilder. Wenn wir uns an unsere Kindheit erinnern: Wir haben uns in Personen versetzt, die so waren, wie wir sein wollten, wir haben die Personen – meist Erwachsene – gespielt, wir haben sie bewundert. Unsere Eltern und Großeltern waren für uns in vielerlei Hinsicht vermutlich Vorbilder, später vielleicht der eine oder andere Lehrer, Trainer, Coach, vielleicht sogar der eine oder andere Prominente. Dennoch haben wir im Laufe der Jahre einen eigenen Stil entwickelt, unsere Identität als Person geschärft.

Bei Mandat geben wir unseren jungen Kolleginnen und Kollegen den Rat, sich genau anzusehen, was erfahrene Kollegen tun, was funktioniert, was vielleicht auch nicht funktioniert und sich darüber mit den erfahrenen Kollegen auszutauschen, um zu lernen. Wir raten auch dazu, das was funktioniert selbst auszuprobieren, um Sicherheit zu erlangen. Wir raten allerdings auch dazu, irgendwann einen eigenen Stil zu entwickeln und Dinge neu auszuprobieren, damit wir nicht eine geklonte Mannschaft haben, denn eine unserer Stärken ist unsere Vielfalt und die wollen wir weiterentwickeln. Das „Ich will so sein wie …“ ist kein Erfolgsmuster.

Viele Unternehmen handeln anders. Sie wollen sein „wie“ irgendein anderes Unternehmen. Sie vergeben sich dabei aber eine große Chance, nämlich die der eigenen Identität. Zwei sachliche Probleme handeln sich diese Unternehmen auch ein: Sie werden den, dem sie gleichen wollen, nie überholen und sie werden unter mangelnder Erkennung durch ihre (potenziellen) Kunden leiden. Additiv werden Mitarbeiter sich fragen, warum sie nicht gleich beim Original statt bei der Kopie arbeiten.

Zu intelligentem Wachstum gehört auch die Definition der eigenen Unternehmensidentität und diese funktioniert nicht über das „Sein-Wollen-Wie“-Prinzip. Das nämlich ignoriert die eigenen Stärken und deren Ausbau. Genau dies ist aber wichtig, soll gesundes, profitables Wachstum wirklich wirken.

Sorgen Sie also lieber dafür, dass andere Unternehmen so sein wollen wie Sie.

Für viele von uns ist dies die letzte Arbeitswoche in diesem Jahr, so auch für uns bei Mandat. Ab Donnerstag Nachmittag sind wir im Weihnachtsurlaub und am 7. Januar sind wir wieder am Start.

Also: Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

16. Internationales Marken-Kolloquium
– Nur noch 14 Tage von unserer Frühbucher-Kondition profitieren

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Unter dem Leitthema „Marke – Cool bleiben“ ist es am 5./6. Sep 2019 wieder soweit: 80 Unternehmer gehen ins Kloster und tauschen sich vertrauensvoll über die Themen Marke, Wachstum und Strategie aus.
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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 346: Bloß nichts verändern!

Montag, Dezember 10th, 2018

Auf der Autobahn A1 in Deutschland gibt es seit einiger Zeit auf einem bestimmten mit zahlreichen Baustellen versehenen Streckenabschnitt bei uns in der Nähe vermehrt Verkehrsunfälle, teilweise mit bedeutenden Sach- und Personenschäden. Das Thema wurde so heiß, dass es den Weg bis in die Nachrichten schaffte. Polizei und Landesregierung waren gefragt, denn berechtigterweise muss man einwenden, dass es so nicht weitergehen kann.

Es gibt auch – natürlich – bereits eine Lösung für das Problem, sonst wäre das Thema ja auch nicht in die Nachrichten gelangt. Schließlich will insbesondere die Politik Handlungsbereitschaft zeigen. Die Meldung in den Radionachrichten lautete ungefähr folgendermaßen: „Die teilweise schweren Verkehrsunfälle der letzten Wochen auf der A1 in Baustellen im Streckenabschnitt … haben Konsequenzen. Die Polizei wird vermehrt Abstands- und Geschwindigkeitskontrollen in den betreffenden Baustellen vornehmen, unter anderem auch durch Einsatz von mobilen Messgeräten.“

Prima, oder? Dann wäre ja alles erledigt. Alle fahren vorsichtig, bloß nicht geblitzt werden, schwupps: Es gibt keine Unfälle mehr. Nächstes Thema.

Nein, nicht prima. Nein, nicht nächstes Thema. Was wird passieren? Jawohl, einige werden geblitzt, gefilmt, bestraft. Viele werden, weil sie den Blitzanhänger in der Baustelle sehen, bremsen, manche werden abrupt bremsen, weil sie geblitzt wurden und sich erschrocken haben, es wird zu anderen Unfällen kommen. Es wird nicht ungefährlicher.

Ich will nicht in Abrede stellen, dass das Schnellfahren und das dichte Auffahren in den Baustellen ein großes Thema ist und geahndet werden muss, aber: Es war in den Maßnahmen keine, ausdrücklich keine Rede davon, die Baustellen möglicherweise zu entschärfen, weil es dort nämlich extrem eng zugeht. Es war keine Rede davon, die Baustellen schneller zu Ende zu führen, zum Beispiel durch Nachteinsätze oder ein besseres Projektmanagement, das dazu führt, dass dort auch mal gearbeitet wird. Es war keine Rede von einer besseren Zusammenarbeit zwischen dem Auftraggeber und den Bauunternehmen. Null, nichts. Es wird geblitzt und es wird gefilmt. Fertig.

Das soll wirklich alles sein, was uns einfällt? Puh.

In Unternehmen erleben wird häufig nichts anderes. Ein Geschäftsbereich funktioniert nicht richtig? Es wird kontrolliert, gemessen, bestraft, das System aber wird nicht verändert, die Konfiguration des Geschäftsbereichs wird nicht in Frage gestellt, abgesehen davon, dass man ja noch Mitarbeiter freistellen kann. Keine neue Strategie, keine andere Art der Arbeitsweise, keine Frage nach intelligenter Kooperation mit anderen Bereichen. Gemessen wird, geschimpft wird und bestraft wird auch. Das ist nicht besser als der Blitzer auf der A1.

Bevor Sie das nächste Mal also Blitzer im Unternehmen aufstellen, fragen Sie sich, ob das Problem nicht intelligenter und wachstumsfördernder aus der Welt geschafft werden kann.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

16. Internationales Marken-Kolloquium
– Nur noch bis zum Jahresende von unserer Frühbucher-Kondition profitieren

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Unter dem Leitthema „Marke – Cool bleiben“ ist es am 5./6. Sep 2019 wieder soweit: 80 Unternehmer gehen ins Kloster und tauschen sich vertrauensvoll über die Themen Marke, Wachstum und Strategie aus.
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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 345: Sich selbst ein Bild machen

Montag, Dezember 3rd, 2018

Was hören wir nicht alles über andere. Wir hören etwas über Unternehmen, Personen, Institutionen, Kunden. Wir ahnen, dass das, was wir von einem Dritten hören und in den Medien wahrnehmen, irgendwie gefiltert ist, aber von wem und wie? Wir tendieren dazu, in einer Wolke zu leben, was gerade durch die sozialen Medien noch verstärkt wird: Wir folgen denjenigen, die unserer Meinung nahe stehen, unsere Follower / Freunde / Verknüpfungen stehen uns wiederum nahe, es besteht die Gefahr, dass man sich im Kreis dreht und sich nur noch selbst bestätigt.

Dieser Gefahr muss man sich bewusst sein, denn nicht immer besteht die Möglichkeit, sich Informationen aus erster Hand zu verschaffen, manchmal aber sollte man das tun und manchmal ergeben sich auch überraschend Gelegenheiten.

Ich hatte vier dieser Gelegenheiten in der vergangenen Woche, die für mich allesamt äußerst lehrreich waren: Es begann mit einem Einblick in das sonst so verschlossene Unternehmen amazon mit überraschenden Fakten, im weiteren Verlauf hatte ich erhellende Gespräche mit Abgeordneten und Mitarbeitern des Deutschen Bundestages. Es schlossen sich auf dem Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforum in Berlin, zu dem ich eingeladen war, fundierte wirtschaftliche und politische Informationen über die Ukraine an. Anlässlich dieser Veranstaltung hatte ich überdies die Gelegenheit, Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder einmal so klar und deutlich positioniert zu erleben, wie man sie nur direkt erlebt – dann, wenn kein medialer Informationsfilter dazwischen ist.

Sich selbst ein Bild zu machen ist wichtig, will man sich Meinungen bilden, Argumente finden, Entscheidungen treffen. Das Zuhören auch denen gegenüber, die eine gänzlich andere Ansicht vertreten, als man selbst – wie zum Beispiel dem in Russland geborenen Taxifahrer, der mich zum Bahnhof fuhr und der eine gänzlich andere Auffassung der Lage in der Ukraine hatte als ich – ist wichtig, denn sonst redet man aneinander vorbei und entfernt sich von der sogenannten Realität.

Auch in Unternehmen ist dies von erheblicher Bedeutung. Viele Diskussionen drehen sich im Kreis und vor allem versuchen viele Beteiligte zu häufig, sich selbst zu bestätigen, wenn es besser wäre, die andere Seite zu verstehen und dies in seine Argumentation einzubauen. Der Klassiker ist hier die Diskussion über die Bedürfnisse von Kunden, die häufig stattfindet, ohne dass jemand auch nur die Spur einer verlässlichen Basis für die Vermutungen hat und stattdessen einzelne Kunden für das Ganze herangezogen werden.

Man verschaffe sich in wichtigen Fragen selbst ein Bild und verharre nicht in dem berühmten Satz: „Ich habe mir meine Meinung gebildet, kommen Sie mir jetzt nicht mit Tatsachen.“

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

Verstärkung für unser Mandat-Team

Wir suchen Verstärkung für unser Mandat-Team – als Teamassistenz mit Fokus Desktop Publishing.
In unserem Videoclip können Sie einen ersten Eindruck von unserer Arbeitsweise und Ihren zukünftigen Kollegen gewinnen:

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Mehr über die Stellenbeschreibung können Sie hier erfahren: Karriere bei Mandat.
Wenn Sie jemanden kennen, der eine neue Herausforderung im Raum Dortmund sucht, danken wir Ihnen herzlich für eine aktive Weiterleitung in Ihrem Netzwerk.

Einzigartig: Für Unternehmer, Geschäftsführer, Vorstände: Der Deutsche Wachstumstag
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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 344: „Einen hast Du immer dabei …“

Montag, November 26th, 2018

Vor etwas mehr als zwei Wochen habe ich ein Foto über Twitter gesendet. Es zeigt ein Schild bei einem Dortmunder Bäcker, der EC-Kartenzahlung als „erwünscht & gebührenfrei“ ausweist – immer noch eine Seltenheit, insbesondere bei bäckereitypischen Kleinbeträgen. Ich fand das gut.

Neben einigen „Likes“ und einer Antwort, in der eine Person den Bäcker identifiziert hat, folgten – natürlich – Schlaubergerantworten: „… und wer erklärt denen jetzt, dass es keine EC-Karte mehr gibt?“ oder „der hier kann jetzt ec-karte, aber nur mit kontakt und pin“ (natürlich alles kleingeschrieben).

Ich dachte:

„Puh!“ (mit tiefem Seufzer).

Es gibt sie überall: Diejenigen, die alles besser wissen, aber es nicht besser können. Diejenigen, die hinterher schlau sind und die Fehler der Vergangenheit erklären. Diejenigen, die nie mit irgendeinem Fortschritt zufrieden sind, aber nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern aus Prinzip. Diejenigen, die uns zeigen wollen, was sie alles wissen.

Fast immer, wenn ich einen Vortrag halte, ist irgendein Teilnehmer dabei, der in eine der obigen Kategorien passt und mir hinterher erzählt, was er alles (besser) weiß, was ich besser hätte machen können, was ihm gefehlt hat, und so weiter. Fast immer, wenn wir ein Projekt abschließen, ist einer dabei, der (nach eineinhalb Jahren!) sagt, was ihm im Projekt gefehlt hat, wo man noch … Und das alles, obwohl der Vortrag oder das Projekt von allen anderen ausgezeichnet angesehen wurden.

Bei Mandat gibt es einen stehenden Begriff: „Einen hast Du immer dabei …“ Dieser Satz bezeichnet genau das Beschriebene. Nein, nicht immer, aber fast immer kommt ein Schlauberger hinterher aus der Deckung. Geht Ihnen das auch so? Sie haben in einem Projekt einen echten Fortschritt erzielt und jemand kommt um die Ecke: „Man hätte auch noch …“? Ein junger Mitarbeiter hält eine Präsentation und jemand fühlt sich bemüßigt, ausgiebig (gegebenenfalls auch passiv-aggressiv) Kritik zu üben? Es wurde etwas gut, vielleicht nicht perfekt, aber gut gemacht und jemand sagt, wie es perfekt hätte sein können, ja müssen – obwohl Perfektion fehl am Platze gewesen wäre, weil es auf Geschwindigkeit ankam?

Machen Sie diese Menschen darauf aufmerksam, lassen Sie es nicht einfach geschehen, denn sonst erlauben Sie solches Verhalten indirekt. Kommt es häufiger vor, sanktionieren sie es. Vermehrt es sich bei einer Person und keine Maßnahme hilft, trennen Sie sich von der Person. Das Verhalten ist inakzeptabel, denn bei allem Streben nach Wachstum müssen Zwischenerfolge anerkannt werden, will man die Protagonisten nicht demotivieren.

Dass ich das nur auf das reale Unternehmensleben beziehe und sowohl nach Vorträgen als auch im Internet nicht auf solches Verhalten antworte, versteht sich wohl von selbst. Den Tweet sehen Sie übrigens hier: https://twitter.com/guidoquelle/status/1060945500894040064

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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Herzlich willkommen Robert Friedmann

Wir freuen uns sehr, Robert Friedmann, Sprecher der Würth-Konzernführung als Referenten für Sie gewonnen zu haben. Erfahren Sie mehr über unsere Referenten, unsere Avatar- und Roboterunterstützung und sichern Sie sich jetzt einen von 50 Plätzen auf: www.deutscher-wachstumstag.de

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Mandat Wachstums-#Wochenstart Nr. 343: Korrelation und Kausalität

Montag, November 19th, 2018

Als ehrenamtlicher Vorsitzer (ja, es heißt „Vorsitzer“) der Westfälischen Kaufmannsgilde habe ich das Privileg, das Veranstaltungsprogramm wesentlich mitzugestalten. Vor kurzem hatten wir eine Veranstaltung, auf die ich mich schon lange gefreut hatte: Bestseller-Autor mit Millionenauflagen, Top-Forscher, beliebter (Ex-) Hochschullehrer-Kollege an der TU Dortmund – und nebenbei Gründer und Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache e. V. mit Sitz in Dortmund und heute 36.000 Mitgliedern in 100 Ländern, Walter Krämer war bei uns zu Gast. Sein Vortrag „Hysterie als Standortnachteil – Deutschland, eine Republik der Panikmacher?“ war fulminant und hat uns alle zum Nachdenken angeregt.

Ich möchte hier nicht auf alle Einzelheiten des äußerst beeindruckenden und fundierten Vortrags eingehen (wissen Sie, was Risikohomöostase ist? Na, na nicht googlen!), das würde zu weit führen, weil wir dann zum Beispiel darüber sprechen müssten, wie ideologisch unterwandert manche Institutionen sind, oder darüber, dass die meisten Studien nicht mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt, aber überall zitiert werden. Einen Aspekt aber, der auch in Unternehmen regelhaft zum Vorschein kommt, möchte ich heute pointieren: Den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität.

Nur ein Beispiel: In einer Studie wurde herausgefunden, dass Männer mit weniger Haaren mehr Geld haben als Männer mit einem vollen Haarschopf und es wurde die geringe Haarpracht als Grund dafür herausgearbeitet. Das ist natürlich Unfug, denn die höhere Vermögenslage ist eher dem Alter geschuldet, das auch dazu führt, dass insbesondere Männer vielfach schütteres Haar erhalten. Korrelation und Kausalität passen nicht zueinander. Es gibt weitere Studien, die besagen, dass Kaffeesahne zu Alzheimer und Mittagsschlaf zu höherem Herzinfarktrisiko führt. Sämtlich Unfug. Korrelation wird unzulässigerweise gleichgesetzt mit Kausalität.

Warum nun dieser Wochenstart? Doch wohl nicht ausschließlich, um Sie zu einer höheren Aufmerksamkeit in Bezug auf plausibel erscheinende, aber fragwürdige Studien zu ermuntern? Nein, nicht nur das. Vielmehr möchte ich den Bogen zu Gesprächen in Unternehmen spannen:

  • „Der Wettbewerber hat die Preise gesenkt, seitdem steigen dort die Umsätze.“ Wirklich? Hat der Wettbewerber vielleicht auch das Sortiment geändert, die Standorte renoviert oder andere Maßnahmen ergriffen? Ist die Profitabilität auch gestiegen?
  • „Seitdem die Frequenz in den Stores des Wettbewerbers gestiegen ist, bekommen sie auch mehr Mitarbeiter.“ Wirklich? Hat der Wettbewerber vielleicht eine attraktive Kampagne zur Mitarbeitersuche gestartet? Vielleicht sogar eine Mund-zu-Mund-Kampagne?
  • „Seitdem das Marketing die – zugegebenermaßen teure – TV-Kampagne gestartet hat, gehen unsere Umsätze durch die Decke.“ Wirklich? Oder hat vielleicht der Vertrieb dafür gesorgt, der in einer flächendeckenden Aktion doppelt so viele Händler besucht hat, wie sonst üblich?

Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen! Die Grenze zwischen Korrelation und Kausalität wird oft (bewusst oder unbewusst) verwischt und Monokausalität ist im unternehmerischen Wachstumsprozess selten. Lassen Sie unbedachte Kausalzusammenhänge nicht einfach im Raum stehen, analysieren und kommentieren Sie sie. Als Berater tun wir das in unseren Wachstumsmandaten häufig. Beliebter wird man dadurch nicht immer, aber unsere Auftraggeber – Geschäftsführer, Unternehmer, Vorstände – finden das regelhaft prima, weil es im Sinne ihrer Unternehmen ist.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

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Deutscher Wachstumstag
Nur 50 Unternehmer, Geschäftsführer, Vorstände werden die Möglichkeit erhalten, teilzunehmen. Sind Sie schon angemeldet? Weitere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie unter www.deutscher-wachstumstag.de

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